FDP wieder Fraktion

In der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf gibt es wieder eine FDP-Fraktion. Die bisherige CDU-Fraktionsvorsitzende Sylvia Schmidt ist, nachdem sie aus der CDU ausgetreten ist, in die FDP eingetreten und schließt sich zugleich den FDP-Verordneten in der BVV Reinickendorf an. Damit ist die FDP künftig in Fraktionsstärke in der Bezirksverordnetenversammlung vertreten.

Andreas Otto, Sylvia Schmidt, David Jahn (v.l.) Foto: Alexander Bibi

Zu ihrem Wechsel erklärt Sylvia Schmidt: „Ich mache Kommunalpolitik aus Leidenschaft und für die Menschen in Reinickendorf. In den vergangenen Monaten wurde für mich immer deutlicher, dass die CDU in Reinickendorf ein anderes Politikverständnis hat als ich. Dort ging es zuletzt vor allem um parteiinterne Fragen und persönliche Karrieren, ich hingegen möchte konkret etwas für unseren Bezirk bewegen. Deshalb kann ich es nicht bei einem Rücktritt belassen, sondern möchte mich als Mitglied der FDP in einem Team engagieren, das sich wirklich für die Menschen vor Ort einsetzt. Politik ist kein Selbstbedienungsladen, sondern eine ehrenvolle Aufgabe mit großer Verantwortung. Nach 27 Jahren in der CDU und über neun Jahren in der BVV Reinickendorf ist mir dieser Schritt wahrlich nicht leichtgefallen. Mit vielen Kolleginnen und Kollegen habe ich gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Auch künftig möchte ich mich für pragmatische Lösungen über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg einsetzen. “

FDP-Fraktionsvorsitzender David Jahn

David Jahn, Vorsitzender der FDP-Fraktion in der BVV Reinickendorf, erklärt: „Sylvia Schmidt ist eine große Bereicherung für die FDP. Sie ist in Heiligensee und im gesamten Bezirk hervorragend vernetzt und verfügt über umfassende Kenntnisse der BVV-Arbeit. Zudem ist sie eine aufrichtige und engagierte Persönlichkeit. Die Zusammenarbeit mit ihr in den vergangenen Jahren war stets von Offenheit und Verbindlichkeit geprägt. Sie war innerhalb der CDU immer eine liberale Stimme  – daher ist es folgerichtig, dass sie sich künftig in der FDP engagiert.“

Zu den inhaltlichen Gründen ihres Wechsels führt Schmidt weiter aus: „Der Umgang des Bezirksamts mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie mit Gremien in Reinickendorf, etwa im schulischen Bereich, ist aus meiner Sicht deutlich verbesserungsbedürftig. Zuletzt haben Eltern der Otfried-Preußler-Grundschule in Heiligensee erneut die mangelnde Kommunikation des Bezirksamts kritisiert. Menschen mit ernsthaften Anliegen haben es verdient, ernst genommen zu werden. Wer Politikverdrossenheit und dem Erstarken radikaler Kräfte wirksam begegnen will, muss Bürgernähe und Respekt nicht nur einfordern, sondern im täglichen Handeln konsequent leben. Die große Zahl an Beauftragten im Bezirksamt mag gut gemeint sein, doch am Ende zählt das Ergebnis. Hier sehe ich noch erheblichen Verbesserungsbedarf.“

Viel Erfolg für ein engagiertes Reinickendorf!

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